Zum wissenschaftlichen Teil des Stuhlbauertages am 10. September waren fast 50 Gäste nach Rabenau gekommen. In einem abwechslungsreichen Vortragsprogramm wurden in 10 Vorträgen Geschichte und Gegenwart der Stuhlbaustandorte Eimbeckhausen, Neuhausen/Erzgebirge und Rabenau/Sachsen vorgestellt.



Nach der Begrüßung durch Dr. J. Spensberger und einem Grußwort der Schirmherrin Frau A. Dombois eröffnete Dr. D. Noack das Vortragsprogramm mit einer umfangreichen Darstellung der Geschichte des deutschen Stuhlbaus von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Dem schlossen sich die Vorträge von Dr. Othmer (Eimbeckhausen), Dr. Harbich (Neuhausen/Erzgebirge) und D. Simon (Rabenau) an, die die Geschichte ihrer Stuhlbaustandorte aufzeigten.



Dr. J. Spensberger trug anschließend zur Kulturgeschichte des Sitzens vor. Er erläuterte die Gestaltung der Sitzmöbel von der frühen Antike bis zur Gegenwart, wohl wissend, dass unsere Kenntnisse über die Entwicklung der Sitzmöbel lückenhaft sind und insbesondere das Sitzen der einfachen Menschen wenig bis gar nicht dokumentiert wurde. Bemerkenswert ist die Feststellung, dass Stuhlkonstruktionen wie Brettstuhl und Zargenstuhl bereits in der Antike bekannt waren.

S. Schmidt vom Institut für Holztechnologie Dresden nahm in seinem Beitrag Stellung zu den Grenzen des Begriffes "Ergonomie des Sitzens" und was unter "Universal Design" zu verstehen ist. Davon leitete er die Anforderungen an benutzerfreundliche Konstruktionen von Sitzmöbeln ab.



Im abschließenden Teil des Tagungsprogrammes kamen die Vertreter der noch heute aktiven Firmen, U. Löschner für die Maschinenbaufirma J. Löschner Neuhausen, B. Remmers für Wilkhahn in Bad Münder, F. Göhler für die Göhler-Sitzmöbel GmbH in Mulda/Erzgebirge und S. Herdmann für die Polstermöbel Oelsa GmbH, zu Wort und stellten ihre Unternehmen vor.

Eine Kurzfassung der Tagungsbeiträge können Interessierte im Stuhlbaumuseum erhalten.