"STANDORTE und SITZPLÄTZE - Stuhlbau in Deutschland" ist noch bis zum 13. November zu besichtigen!

Wir beginnen diese neue Ausstellungsreihe in diesem Jahr mit Stühlen und Stuhlbaugeschichte aus dem Erzgebirge und dem Weserbergland. Neben Dokumentationen zur Geschichte beider Standorte kann der Besucher historische Stühle sowie Produkte der noch heute aktiven Stuhlbauer sehen. Wilkhahn präsentiert moderne Bürostühle bis hin zum neusten Modell IN. Von Göhler ist der ROTUMA-Stuhl zu sehen und zu "besitzen", der vornehmlich für den Einsatz für alte und behinderte Menschen gedacht ist.




Standort Neuhausen/Erzgebirge:

Ab 1840 siedeln erste Stuhlbauer in Neuhausen und Umgebung, nutzen die Wasserkraft ehemaliger Mahlmühlen oder Zeughämmer. Allerdings dümpelt die Entwicklung zunächst vor sich hin: 1878 gab es lediglich 22 Stuhlbauer, dazu 126 Drechsler. Der große, fast explosionsartige Entwicklungsschub, begünstigt durch Gewerbefreiheit, Eisenbahn- und Elektro-Anschluss, setzt ab 1890 ein. Im Jahr 1907 befassen sich 123 Personen mit Stuhlbau, nur sechs Jahre später, 1913, sind in mehr als 20 Unternehmen bereits über 400 Beschäftigte tätig.



Mehr zum Standort unter: www.neuhausen.de


Stühle aus dem Deister-Sünteltal:

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Stuhlherstellung das beherrschende Gewerbe im Sünteltal. Die zahlreichen Stuhlfabriken, die zunächst fremd im ländlichen Rahmen des Sünteltals anmuten, gaben noch in den 1960er Jahren als regional-typische Industrie dem eng begrenzten Wirtschaftsraum das Gepräge und erweckten so das Interesse, die hausgewerblichen Anfänge, die mannigfaltigen Erscheinungsformen und Wandlungsvorgänge dieses Industriezweiges zu erkunden.

Eine ganze Region lebte zeitweilig von diesem Industriezweig, der sich dem sozialen Fortschritt nicht verschließen konnte, die technische Entwicklung einleitete und weiterentwickelte. "Stühle aus Bad Münder" - dieser Slogan war über viele Jahrzehnte nicht nur in Deutschland, sondern auch im benachbarten Ausland ein Prädikat für höchste Qualität. Leider konnten sich sie vielen kleinen und mittleren Firmen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht auf dem Markt behaupten. Die zunehmende Arbeitslosigkeit stellte auch die Stadt vor große Probleme, denn sie brachte finanzielle Einbußen mit sich...



Mehr zum Standort unter: stuhlmuseum.de